Amelia und der Stein der Elfen
In einem Wald, fernab von diesem Ort lebte einst ein Volk der Elfen. Wir
kennen Elfen, so fein und schön. Diese waren aber anders, nicht so schön wie
man sie kennt.
Nur ihre Stimmen waren so fein und klangvoll wie die der andren Elfen.
In dem Dorf dieser Elfen ging es wie bei allen Elfen fröhlich zu, die
Elfenkinder spielten im wind und auf den Blumen. Die Erwachsenen sagen ihre
Lieder. Trotzdem fehlte etwas.
In den Texten ihrer Lieder wurden nie die Geschichte ihres Volkes erwähnt, mit
keinem Wort, auch fand man in diesem Dorf kein Bilder oder geschriebenen
Geschichten über Elfen.
Irgend etwas seltsames herrschte in diesem Dorf.
Das Leben nahm in diesem Dorf seinen alltäglichen Lauf, jeder ging seinem
Tagwerk nach.
Die Elfenkinder waren wie alle Kinder, ausgelassen und neugierig. Eine der
kleinen Elfe war besonders neugierig und lebhaft. Ein richtige „Hans Dampf in
allen Gassen“.
Nennen wir sie Amelia, denn den richtigen Namen von ihr ist es uns nicht möglich
auszusprechen.
Immer auf der Suche nach Antworten auf ihre Fragen war die kleine Amelia.
Besonders gerne hielt sie sich in den alten Höhlen auf, die früher auch von
Elfen bewohnt waren.
Immer fand sie dort neue und interessante Dinge.
Eines Tages fand sie eine Truhe in den Höhlen, die seltsame Rollen enthielt.
Sie besah sich die Rollen, einige enthielten komische Zeichen, mit denen sie
nichts anzufangen wußte, andere Bilder von Wesen die sie nicht kannte, denn sie
hatte ja das Dorf noch nie verlassen.
Sie nahm die Rollen und ging zu den Erwachsenen, wollte wissen was das ist. Aber
keiner den sie fragte konnte ihr einen Antwort geben. So ging sie von einem zu
anderen, immer die selbe Antworten. Bis sie von einer der alten Elfen gesagt
bekommen bekam, sie solle doch die alte Elfe in den alten Höhlen, die eine
halbe Tagesreise entfern lebte fragen.
Eine Elfe die außerhalb des Dorfes wohnte, davon wußte Amelia noch nichts. Die
alte Elfe konnte ihr den Weg dorthin beschreiben.
Da es aber schon spät war, beschloss Amelia erst am nächsten Morgen dorthin
aufzubrechen.
Sie legte noch die Sachen zurecht die sie für ihre Reise benötigte und legte
sich schlafen.
Seltsame Bilder und Träume hatte sie diese Nacht, Dinge die sie nie gesehen
oder je von ihnen gehört hatte. Sie schlief sehr unruhig.
Am Morgen als sie erwachte fragte sie sich was das wohl zu bedeuten hat, aber
sie fand keine Antwort darauf.
So beschloss sie schleunigst aufzubrechen, um Antwort auf ihre Fragen zu finden.
Der Weg den sie ging war von Unkraut und Gestrüpp überwuchert, es schien ob
schon lange niemand mehr diesen Pfad entlanggegangen ist.
Amelia bekam etwas Angst vor dem was sie erwarten würde. Aber ein zurück gab
es nicht, sie wollte Antworten auf ihre Fragen finden. Sie wusste das die
Ungewissheit schlimmer sein würde als die Angst die sie jetzt hat. Also nahm
sie ihren ganzen Mut zusammen und ging weiter ins Ungewisse.
Nach vielen Stunden kam sie bei den Höhlen an, es waren viele und sie musste in
jede Höhle um die uralte Elfe zu suchen.
Viele seltsame Sachen sah sie in diesen Höhlen, so was gab es in ihrem Dorf
nicht, vor allem waren dort sehr viele Bilder und diese seltsamen Zeichen.
Nach langem herumirren fand sie die Höhle der Elfe. Sie stand davor und wusste
nicht ob sie eintreten sollte oder nicht.
Mit einem mal ertönte aus dem Inneren der Höhle eine Stimme die sie mit den
Worten:“ Amelia trete ein und fürchte dich nicht“ rief.
Zitternd, voller Angst betrat sie die Höhle, weglaufen wollte sie nicht auch
wenn sie nicht wusste warum jemand hier wusste wer sie war.
Tief in der Höhle saß eine wirklich sehr alte Elfe auf einem Stein, der neben
einer Quelle lag.
Die quelle ergoss sich in eine große Schale, seltsam war, obwohl sich das
Wasser der Quelle darin ergoss, war die Oberfläche so glatt, das man sich darin
spiegeln konnte.
Aber die Bilder die darin zu sehen waren, waren nicht die der Höhle, es waren
Bilder von irgendwo draußen.
Ein Bild stellte den Eingang der Höhle da, andere zeigten das Dorf wo Amelia
lebte.
Auch Bilder von Orten, die Amelia nicht kannte waren zu sehen.
Die uralte Elfe, nennen wir sie Age, sah Amelia mit einen prüfenden Blick an.
Sie begann sanft zu Amelia zu sprechen.
„Ich bin Age und lebe schon sehr lange hier. Ich weiß du hast viele Fragen an
mich und ich werde sie dir beantworten. Ich kenne euch alle und habe schon auf
dich gewartet.“
Amelia sah sie ungläubig an.
„Ja“, sprach Age: „Ich habe auf dich gewartet, du bist mutig genug um auf
die Reise zu gehen. Dein Wissensdurst übersteigt deine Angst vor dem Unbekannten“.
In Amelia´s Kopf überschlugen sich die Gedanken, sie wusste nicht was sie
sagen sollte.
Age lächelte leise, sie wußte was in Amelia´s Kopf vorging. Also sprach sie
sanft weiter.
„Amelia die Rollen die du gefunden hast, sind Geschichten und Bilder unseres
Volkes.“
Amelia sah Age erstaunt an. Sie sprach: „Aber die Wesen sehen doch so ganz
anders aus wie wir, so schön, nicht so hässlich wie wir.“
„Ja das stimmt“, sprach Age, „komm setze dich zu mir, und lass dir erzählen.
Es gibt nur wenige die die wahre Geschichte kennen.
Lange bevor du oder ich geboren wurdest sahen die Elfen unseres Volkes so aus
wie du auf den Bildern siehst.
Jung, schön und wohlgestaltet. In jedem Dorf der Elfen gibt es viele Edelsteine
mit Wert.
Sie sind schön anzusehen, aber taugen nur um sich zu schmücken oder Handel zu
treiben.
Aber in jedem Dorf gibt es einen Edelstein der anders ist, wunderschön mit
magischen Kräften.
Unbezahlbar er ist. Er gibt den Elfen ihre Schönheit, Kraft, Gesundheit.
Geht er verloren, so verlässt die Elfen alles was sie schön erscheinen lässt,
und sie verlässt auch das meiste ihrer magischen Kräfte.“
Amelia schaut Age fragend an.
„Diese Edelsteine sind ein Geschenk der ersten Bewohner dieses Planeten an die
Elfen.
Sie bedankten sich damit für die Dienste, die die Elfen ihnen erwiesen hatten.
Um die Völker der Elfen dauerhafter mit allen magischen Kräften auszustatten,
dafür reichte die Kraft nicht. Aber mit Hilfe der Edelsteine konnte diese
aufrechterhalten werden.
Nur die Macht sich selbst in einen Menschen zu verwandeln, das konnten sie ihnen
dauerhaft geben.“
„Wozu?“, fragt Amelia.
„Um gute Menschen zu finden, ihnen zu helfen. Um sich frei in der Welt der
Menschen bewegen zu können.“
„Eines Tages“, so sprach age weiter, „kamen einige Menschen in das Dorf
der Elfen.
Die Elfen in ihrer Sorglosigkeit hatten die Warnung der Bewohner vergessen,
niemals über den Edelstein zu sprechen.
Einige der Besucher waren machtgierig und böse. Sie beschlossen den Elfen den Stein
zu entwenden.
Voller List und Tücke horchten sie die Elfen aus wo der Stein versteckt ist.
Nach ein paar Tagen verabschiedeten sich die Gäste und zogen weiter.
Einige der Menschen aber kehrten später zurück, versteckten sich im Wald und
warteten auf eine Gelegenheit um den Edelstein zu stehlen.
Es dauert nicht lange bis die Elfen wieder eines ihrer Feste feierten, als es zu
Ende war fielen alle in einen tiefen Schlummer, was den Menschen die Gelegenheit
gab sich in das Dorf zu schleichen und den Stein zu entwenden.
Niemand bemerkte es. Nach einigen Tagen begannen sich die Elfen zu verändern
und viele wurden krank. Sie fragten sich warum.
Als sie nach ihrem Edelstein schauten, fanden sie ihn nicht an seinem Ort.
Nun wussten sie was geschehen war und plötzlich erinnerten sie sich an die
Warnung.
Es machte alle sehr traurig und es dauerte viele Generationen bis sie ihre
Traurigkeit überwunden hatten.
Als sie ihr Schicksal erkannten, begannen sie alles was sie an die schöne Zeit
erinnerte zu vernichten und zogen an einen anderen Ort.
In jeder Generation wurde eine Elfe erwählt, die würdig war die wahre Geschichte
zu bewahren.
So geht es nun schon viele hundert Jahre.“
„Soll ich nun die Geschichte bewahren?“, fragte Amelia, „alles von dir
lernen?“
„Nein!“, spricht Age.
„Warum hast du mir diese Geschichte dann erzählt“, fragt sie weiter.
Age sieht Amelia tief in ihre Auge und spricht:„Du wirst dich auf eine sehr
weite Reise begeben und den Stein zurückholen“.
„Aber warum ich, ich bin doch so klein“, sagt Amelia.
„Weil du es schaffen könntest, mit der Kraft deines Herzens. Es gibt nur
selten jemanden der sich auf den Weg machen kann, und du bist jemand der alle
Vorraussetzungen hat.“
„Ich werde gehen und mich von meinem Volk verabschieden.“
Age aber schüttelte den Kopf. „Nein du darfst nicht zurückgehen, sie würden
dich fragen wohin du gehst und das darf niemand wissen.
Es würde das alte Wissen in ihnen wecken, und solltest du nicht zurückkehren wäre
das Leben für alle im Dorf viel schwerer.
Ich werde dich mit allem was du brauchst ausstatten. Dich alles lehren was du
wissen musst für deine Reise.“
So begann für Amelia eine Zeit des Lernens und Verstehen.
Sie erfreute die alte Elfe mit ihrem Eifer alles schnell zu lernen, damit sie
bald auf die Reise gehen kann.
Eines Tages war es dann soweit, Amelia wußte alles was Age sie lehren konnte.
Sie machte sich bereit die Reise anzutreten und verabschiedete sich schweren
Herzens von Age.
Zum Abschied übergab Age Amelia eine Locke von ihrem Haar.
„Sie wird dich immer an mich und an deine Heimat erinnern.“
„Amelia!“, so sprach Age , „suche nach einem Ort wo seltsame Dinge
geschehen, einem Ort wo Menschen leben.
Die Menschen haben keine magischen Kräfte. An diesem Ort muß der Stein zu
finden sein.
Suche ihn und bringe ihn wieder an seinen Ort.“
In Gestalt eines menschlichen Mädchens begann sie ihren Weg, denn den Stein musste
sie bei den Menschen suchen.
Sie wanderte nach Norden, nach Osten, Westen und auch Süden.
Viele Jahre gingen ins Land.
Sie sah vieles Seltsames, lernte viele Menschen und deren Geschichte kennen,
aber den Stein hatte sie noch nicht gefunden.
Aber immer wieder tauchten Gerüchte von einem Ort auf an dem Dunkelheit
herrscht.
Einem Ort wo das Böse regiert.
So beschloss sie diesen Ort zu suchen. Jeden den sie danach fragte warnte sie
vor dem Ort.
Aber in ihrem Innersten wuchs die Gewissheit, dass das der Ort sein musste wo
der Stein zu finden ist. Manchmal gab es Menschen die ihr einiges darüber sagen
konnten, auch in etwa den Weg dorthin. Von diesem Ort ging eine Welle des
Schreckens aus und hinterlies seine Spure in der Welt.
Diesen Spuren begann Amelia zu folgen.
Immer unwirtlicher wurde die Natur, immer mehr Zerstörung erblickte ihr Auge.
Da wußte sie, dass sie auf dem richtigen Weg war.
Eines Tages erblickte sie auf dem Gipfel eines sehr hohen Berges ein düsteres
Schloß, das von Harpyien umkreist wurde.
Es klang es wüstes Geschrei und Fluchen zu ihr hinunter.
Es machte ihr das Herz bange, aber sie mußte dort hin, denn sie begann etwas zu
spüren.
Noch unklar, aber mit jedem Schritt den sie sich dem Schloss näherte wurde es
immer deutlicher.
Sie spürte die Macht des Steines, denn sie war ein Mitglied des Volkes dem er
gehörte.
Wie sich aber die Macht des Steines zunutze machen, das wusste sie nicht, das
hatte Age ihr nicht lehren können, weil sie es nicht wusste.
Sie musste sich auf das verlassen was Age sie gelehrt hat und auf die Stimme
ihres Herzen hören.
Immer wieder traf sie auf Gestalten die so unwirklich wie ein Traum aussahen.
Ohne Leben schienen sie zu sein. Aber irgendwie kamen sie ihr seltsam bekannt
vor.
Plötzlich erinnerte sie sich an den Traum, den sie hatte bevor sie ihr Dorf
verlassen hatte. Dort hatte sie die Gestalten schon mal gesehen.
Nun war es gewiss, sie war am richtigen Ort, ihr Gespür hatte sie nicht getrügt.
Nun hieß es den Stein zu finden, egal wo er war.
Sie war sich sicher, er ist gut versteckt, aber sie würde selbst in die Hölle
gehen um ihn von dort zu holen. Und dieser Ort war der Vorhof der Hölle.
Viel Böses , viele Schmerzen spürte Amelia hier an diesem Ort, manchmal aber
schien etwas wie Hoffnung selbst in diesen Mauer zu glimmen.
Gab es hier etwas oder jemanden der nicht ganz von der bösen Macht beherrscht
wurde, fragte sie sich. Etwas was sich dem Bösen zur Wehr setzt, was sich lohnt
zu suchen.
Das Schloss ein Ort des Grauen, finster nur von roten Höllenflammen beleuchtet.
Kein Mond, keine Sterne erreichen diesen Ort, die Sonne geht niemals auf .
Ein Ort voller Qual und Bitternis, durchdrungen vom Hass.
An diesem Ort ist der Stein, wo ihn finden ? Sie durchstreif den Hof des
Schlosses, die Gemächer und Kammern. Die Gestalten dir ihr begegnen nehmen
keine Notiz von ihr, zu menschlich sieht sie aus, verblendet in ihrem Hass
erkennen sie nicht ihr wirkliches ich.
In einem der Räume trifft sie auf einem Mann der traurig aus dem Fenster
schaut, als er bemerkt das er beobachtet wird, verfinstert sich sein Gesicht. Es
gefriert zu einer Maske die nichts Gutes in sich trägt. Aber Amelia erkennt ihn
ihm den der noch nicht ganz vom Bösen ergriffen ist.
Leise geht sie auf ihn zu und spricht: „Verberge nicht dein Gesicht hinter der
Maske, ich habe dich längst erkannt!“
Diese Worte scheinen ihn wütend zu machen, aber sie weicht nicht zurück, egal
wie schrecklich sich sein Gesichtsausdruck verändert.
Und er spürt in ihr etwas was er lange suchte, aber nicht fand an diesem Ort.
Liebe, Freundlichkeit, Güte.
„Wer bist du, was führt dich an diesen düsteren Ort“, fragt er.
„Ich suche nach der Rettung für mein Volk, es liegt an diesem Ort. Es ist ein
Edelstein den ich hier suche.“
Über das Gesicht des Mannes huscht ein Lächeln und er spricht: „Es gibt zwei
Steine hier.
Dann bist du die auf die ich warte.“ Amelie schaut ihn fragend an. „Ich bin
auch von einem Elfenvolk, auch uns wurde unser Stein gestohlen. Aber da niemand
weiß wie der Stein aussieht, mußte ich warten bis jemand kommt dem auch der
Stein seines Volkes gestohlen worden ist.“
„Warum hast du nicht einfach beide an dich genommen,“ fragt Amelia.
„Weißt du das nicht?“, Fragt er, sie antwortet nein.
„Zwei Steine auch in der Hand einer Elfe ruf nur Böses hervor, so wie bei den
Menschen.
Aber bei Menschen reicht sogar schon ein Sten, zwei sind das Grauen.
Aber ich weiß wo sich die Steine befinden, sie sind an einer Kette an der zwei
Amulette hänge, darin sind die Steine verborgen. Der Herrscher legt sie nur über
Nacht ab, nur Nachts können wir sie holen.“ „Aber wie kommen wir in die Gemächer,“
fragt Amelia.
„Ich habe über viele Jahre das Vertrauen des Herrschers gewonnen, so schwer
es auch war.
Oft mußte ich Böses und Grausames tun, ich hatte schon fast die Hoffnung
aufgegeben, dass der Besitzer des zweiten Steines nicht rechtzeitig kommen würde
und ich voll und ganz zu einem Diener des Bösen werden würde.“
„Übrigens“, sprach der Mann, „nennt man mich Hero, wie nennt man dich
?“
„Mich nennt man Amelia.“
Amelia griff in ihre Tasche , zog die Haarlocke von Age heraus und betrachtete
sie.
Hero hob seinem Blick, ein Leuchten flog über sein Gesicht, auch er holte eine
Harrlocke aus seiner Tasche.
„Komm lass und jeweils die Hälfte die Locken tauschen um ihre Kraft zu
vereinen.“
„Welche Kraft,“ fragte Amelia ungläubig. „Du wirst sehen,“ antwortete
Hero.
So gab jeder dem anderen die hälfte der Locke.
Hero sprach: „Jetzt berühre mit den Locken dein Herz und du wirst sehen was
geschehen wird.“
Amelia tat wie ihr geheißen und spürte die Gedanken von Age und noch einer
Elfe.
Auch das Wissen von verborgenen Dingen öffnete sich vor ihrem Auge.
So gewappnet konnten sie das Wagnis die Steine zu stehlen wagen.
Sie warteten bis sich der Herrscher zur Ruhe gelegt hatte. Keiner konnte sagen
ob es Nacht oder Tag war und diesem Ort ewiger Nacht.
Hero flüsterte Amelia bevor sie sich auf den Weg machten noch ins Ohr.
„Hoffen wir, dass in der Welt draußen jetzt Tag ist, dann wird es leichter für
uns.
Aber wir müssen so schnell als möglich die Mauern des Schlosses verlassen,
hier sind wir leichte Beute. Sofern wir außerhalb des Schlosses sind öffne das
Amulett und halte den Stein gen Himmel, merke es dir wohl.“
So schlichen sie sich ins Gemach und stahlen die Kette. Kaum hielten sie sie in
den Händen begann ein Sturm aufzukommen, und als jeder ein der Amulette in den
Händen hielt erhob sich ein Ohrenbetäubender Schrei.
Beide liefen so schnell sie ihre Füße trugen und versuchten das Freie zu
erreichen.
Amelia strauchelte, konnte sich aber wieder erheben und lief um ihr Leben in den
Hof.
Nun hieß es noch durch das Schlosstor zu gelangen, welches gerade geschlossen
wurde. Sie konnte sich gerade noch hindurchzwängen nur ihr Gewand wurde von dem
geschlossenen Tor festgehalten.
Sie konnte sich losreißen, ihre Kleider blieben zurück und sie lief weiter,
weiter Hero nach.
Im Laufen öffnete sie das Amulett und hielt es gen Himmel. Ein Kreischen durchdrang
die Luft, so als wenn man eine alte Tür, die nie geölt worden war öffnete.
Ein erster Sonnenstrahl durchbrach die Dunkelheit und traf eine der Turmspitzen.
Dort wo der Strahl hingelangte zerbarst das Gemäuer. Immer heller und
kraftvoller zeigte sich das Sonnenlicht, bis es so gleißend war das man es kaum
noch mit bloßem Auge ertragen konnte.
Es schien als wolle die Sonne die Jahre der Verbannung in diesem Augenblick
aufholen.
Unmenschliche Schreie durchdrangen das Geschehen. Die Geschöpfe die hier in der
Dunkelheit gelebt hatten, mussten sich der Macht der Sonne und des Gutem beugen
und zugrundegehen, sosehr sie sich auch wehrten.
Wie sie so auf Hero zulief, sah sie das er seine Augen bedeckte und schmunzelte.
Jetzt erst bemerkte sie das sie nicht nur das Oberkleid im Tor verloren hatte,
auch das Unterkleid war dort geblieben und sie errötete.
Aber sie musste zu Hero, weil sie nicht wusste wie es nun weitergehen sollte.
Er gab ihr seinem Umhang, dass sie nicht nackt in der Gegend stand.
So wieder bekleidet, fragte Amelia: „Was ist nun zu tun, welcher Stein gehört
zum wem?“
„Ich weiß es nicht“, sagte er. „Vielleicht kann die alte Elfe helfen.
Mein Volk wohnt nicht weit von diesem Ort.“
So zogen sie an den Ort wo Hero´s Volk lebte. Auf dem Weg dorthin spürten
beide Veränderungen an sich. Narben verschwanden, Schmerzen ließen nach, auch
ihre Gesichter veränderten sich.
Als in Hero´s Dorf ankamen, erkannte ihn niemand, sosehr hatte er sich verändert.
Er glich den Elfen auf den alten Bildern. Nur die Elfe die ihn auf den weiten
Weg schickte erkannte ihn an einem Muttermal auf der Schulter, welches zwei
gekreuzte Schwerter zeigte.
Es wurde ein großes Freudenfest gefeiert und man beratschlagte was nun zu tun
sei.
Keiner konnte eine Antwort geben, welcher Stein wem gehört. Die alte Elfe
sprach nach langem überlegen. „Lasst uns zu dem anderen Volk ziehen, eine
andere Möglichkeit scheint es nicht zu geben“. Alle stimmten dem Vorschlag zu
und machten sich bereit. Während der Vorbereitungen auf dem Marsch spürten
auch die anderen Elfen wie sie sich veränderten. Sie wurden wieder gesund ,
ihre Gestalt erhaben und voller Schönheit. Sie freuten sich sehr darüber und
machten sich noch eifriger ans Werk , schnell auch dem anderem Volk das gleiche
Glück wiederfahren zu lassen.
Bei Amelia´s Volk passierte das gleiche wie bei Hero. Keiner außer Age
erkannte sie.
Aber die Veränderungen an den Elfen gingen um ein vielfaches schneller da jetzt
ja jeder Stein bei seinem Volk war.
Es wurde ein Rat aus beiden Völkern gebildet die Wacht hatten über die Steine,
das nie mehr eins der Völker den Schmerz durchleben musste.
Was aus Amelia und Hero geworden ist? Ich denke das weiß jeder, aber es ist
eine andere Geschichte.
by Dragon of Magic